Interview mit René Holzer, Geschäftsführer der Nutzwerk GmbH
Zur Produkteinführung des neuen 0900/0190-Dialer-Schutzes fragte die IT-Nachrichtenagentur GETFAX nach.
getfax: Unliebsame Dialer weiten sich langsam aber sicher zu einer Pest aus. Dagegen scheint kein Kraut gewachsen zu sein, oder?
Holzer: Bislang nicht. Doch haben wir jetzt, gemeinsam mit Herrn Heiko Rittelmeier, einen Ansatz ausgetüftelt, der das Problem im wahrsten Sinne des Wortes bei der Wurzel packt.
getfax: Herr Heiko Rittelmeier ist doch Betreiber der Aufklärungsdienste dialerhilfe.de und computerbetrug.de. Welchen Anteil hat Herr Rittelmeier an dem neuen Dialer-Schutz?
Holzer: Um Dialer effektiv auszuschalten, mussten wir als Entwickler erst einmal verstehen, wie diese arbeiten. Es ist unglaublich, wie viele Möglichkeiten es gibt, Nutzern einen Dialer unterzuschieben. Herr Rittelmeier war dabei unser Berater und unsere unabhängige Testinstanz. Jetzt haben wir eine fast narrensichere Lösung.
getfax: Das behaupten andere auch.
Holzer: Mit dem Unterschied, dass wir es nicht nur behaupten, sondern dass es funktioniert, und wir können es beweisen.
getfax: Wir sind gespannt.
Holzer: Lassen Sie mich ganz kurz erklären: Das Problem bestand doch bislang darin, dass Anbieter ein Dialer-Programm, zumeist vom Nutzer unbemerkt, in dessen Computer pflanzte, das dann irgendwelche kostenpflichtigen Servicenummern anwählte.
getfax: Sie meinen die mit der Vorwahl 0190.
Holzer: Ja, aber nicht nur die. Unser Programm ist nicht nur national eingerichtet, sondern funktioniert auch mit exotischen Vorwahlnummern wie 005 für die Niederländischen Antillen und was es da an exotischen Heimatländern noch so gibt, die Netzpiraten Schutz bieten. Erschwerend kommt dazu, dass der PC-Besitzer meistens nicht einmal merkt, dass ihm ein Dialer untergeschoben wird. Unbemerkt und ungehindert können diese Dialer-Programme ihr Unwesen treiben, und am Monatsende erhält der PC-Besitzer dann die Quittung mit der nächsten Telefon-Rechnung, die Zahlungen in mehrstelligen Euro-Beträgen von ihm fordert für Anrufe, die er nie getätigt hat – denkt er jedenfalls. Doch das interessiert die Telekom herzlich wenig: Sie verlangt ihr Geld. Einen Beweis dafür, dass er die Nummern nie angerufen hat, kann der PC-Besitzer nicht führen, da die Anrufe ja in der Tat von seinem Anschluss aus geführt wurden, nur eben unbemerkt von ihm.
getfax: Und Ihr Programm schützt ihn jetzt vor diesen Dialer-Programmen? Wie?
Holzer: Unser Dialerschutz-Programm ist in unsere Technologie "SaferSurf" implementiert. SaferSurf schützt dabei nicht nur vor diesen verdammten Dialern, sondern gleich auch vor Viren und sonstigem Datenschrott.
getfax: Aber wie schützt nun SaferSurf vor Dialern?
Holzer: Jeder Dialer ist ein ausführbares Programm. Da die kriminellen Dialer sich vom Anwender unbemerkt installieren und ausführen wollen, legen wir um jedes geladene Programm aus dem Internet eine Schutzhülle und isolieren so den Dialer. Kommt das Programm auf dem Computer an, schickt die Schutzhülle eine Anfrage auf den Bildschirm "Das Programm X versucht sich auf Ihrem Rechner zu installieren. Wollen Sie das zulassen? Ja/Nein?" und jetzt entscheidet sich der Anwender entweder für die Installation und eine mögliche Anwahl oder er sperrt den Vorgang und löscht daraufhin das Programm sofort.
getfax: Also Sie blockieren den Dialer nicht?
Holzer: Nein, es gibt gute und böse Dialer. Niemand kann das vorher sagen. Nur stellen Sie sich folgendes vor: Sie besuchen eine Website und auf einmal meldet sich unsere Schutzhülle. Was würden Sie tun?
getfax: Im Zweifel sofort den Vorgang abbrechen.
Holzer: Genau. Das ist unsere Lösung. Kein Dialer auf der Welt kann sich mehr unbemerkt auf Ihrem Rechner installieren und dubiose Telefonnummern anrufen. Im Endeffekt siegt nicht die technische Raffinesse, sondern der gesunde Menschenverstand.
getfax: Nun sind die Nutzer aber mittlerweile ziemlich allergisch gegen Programm-Module, die sie zusätzlich auf ihrem PC installieren müssen. Ihr Programm "SaferSurf" müssen sie ja auch erst wieder installieren
Holzer: Eben nicht. Wir sind einer Meinung, dass Nutzer nicht ständig neue Programm-Module installieren wollen. Von dieser Erkenntnis haben wir uns leiten lassen und eine ganz neue Lösung gefunden, die genau das dem Nutzer erspart.
getfax: Wie das?
Holzer: Wie Sie wissen, bieten wir ja bereits seit einigen Monaten auch einen Viren-Schutz an. Dieser funktioniert ebenfalls so, dass der Nutzer nicht das 127. Anti-Viren-Programm bei sich installieren muss, sondern dies wird zentral von uns auf unserem Server bereitgestellt. Ab einem Euro im Monat schützen wir den Nutzer vor Computerviren. Dazu genügt es, dass er in seinem Internet-Browser unseren Server als Proxy-Server einträgt. Dadurch wird seine gesamte Internet-Kommunikation über unseren Server geleitet. Das funktioniert auch mit der eMail-Kommunikation. Trifft nun eine verseuchte Mail für ihn auf unserem Proxy-Server ein, wird sie von unserem "SaferSurf" ebenso wie von unseren Antiviren-Programmen gescannt und dann von diesen sozusagen erkennungsdienstlich behandelt, im elektronischen Sinne versteht sich. Unser Ansatz liegt also weit früher vor der Schnittstelle Benutzer-Browser, sein PC wird von unserem Programm überhaupt nicht berührt. Seinen PC erreichen dann nur absolut saubere Datenströme.
getfax: Wie verlässlich ist denn das Ganze? Übernehmen Sie irgendeine Garantie, wenn ein Rechner doch von einem Virus befallen sein sollte?
Holzer: Wir übernehmen die Gewährleistung der von uns eingesetzten Antiviren-Programmhersteller. Darüber hinaus haben so renommierte Sicherheitsinstitutionen wie Rokop Security sowie der Betreiber der Online-Dienste www.computerbetrug.de und www.dialerhilfe.de, Herr Heiko Rittelmeier, unsere Programme im ständigen Einsatz getestet und für sehr empfehlenswert befunden.
getfax: Greift Ihre Software auf Datenbanken aller Viren und Dialer zurück?
Holzer: Bei Viren ja. Bei Dialern nein. Wir haben lange über diese Möglichkeit nachgedacht. Die guten Dialer, die dem Anwender Nutzwerte bieten, würden mit den bösen Dialern in einen Topf geworfen. Zusätzlich verschleiern die kriminiellen Dialer ihr Aussehen permanent. Wir müssten ständig diese Datenbank pflegen und der Anwender wird in trügerischer Sicherheit gewiegt. Nein, wir lösen das anders: Wir melden jeden Ladevorgang aus dem Internet. Wird dieser unwissentlich vom Nutzer ausgeführt, bricht der Anwender garantiert ab.
getfax: Sind Sie sich sicher?
Holzer: Ich halte, im Gegensatz zu vielen meiner Kollegen, den Anwender nicht für dumm oder besser unwissend. Klar ist eines: Wird der Nutzer permanent mit neuer Sicherheitssoftware bombardiert, wird er verunsichert. Er soll sich schützen wie ein Großkonzern, nur um ein Buch bei Amazon zu kaufen. Lächerlich. Jeder Bürger dieses Landes ist fähig, eine gültige Stimme bei einer Bundestagswahl abzugeben. Warum soll nicht jeder Bürger in Lage sein, die einfache Frage: "Möchten Sie dieses Programm starten?" zu beantworten? Ich habe daran keinen Zweifel.
getfax: Aber warum gibt dann das Problem überhaupt?
Holzer: Weil es einfach zu viele Möglichkeiten gibt, am Anwender vorbei auf seinem Rechner Programme auszuführen. Die Löcher kann der Anwender einfach nicht stopfen. Das wäre das Gleiche, als ob jeder Autofahrer mehrmals pro Jahr selbstständig eine Generalinspektion durchführen müsste. Meine These ist: Niemand wird es schaffen ein unsicheres Betriebssystem durch Aufspielen von Software sicher zu machen. Nicht mit einem vertretbaren Aufwand. Der Schutz muss woanders ansetzen, vor dem Rechner direkt im Datenstrom des Internets. Und genau das tun wir mit SaferSurf.
getfax: Dialer sind die eine Plage, wie sieht es mit anderen Schädlingen aus?
Holzer: Bei den Antiviren-Programmen arbeiten wir mit den derzeit besten am Markt befindlichen Antiviren-Programmen zusammen. Nur dass unsere Software eben über das übliche Leistungsspektrum herkömmlicher Antiviren-Programme hinausgeht. Während Antivirenprogramme erst warten, bis ein Virus auf dem Computer irgendwo gespeichert ist, fängt unsere SaferSurf-Server diese bereits im Datenstrom ab. Das ermöglicht es uns, nicht nur ausführbare EXE-Dateien, sondern auch andere Virenträger wie Exploits, Java-Applets – womit man heute schon ganze Laufwerke leerfegen kann – und Scripts sowohl für MS Office als auch für andere Programme wie Adobe Acrobat etc. abzufangen und auszumerzen.
getfax: Ihre Kunden sind also die Endkunden?
Holzer: Ja, aber nicht nur. Wir sind bereits in Gesprächen mit führenden Zugangs-Providern, die selbstverständlich unsere Dialer-Abwehr auf ihren Servern installieren und als Zusatzdienst ihren Kunden anbieten werden. Wir halten unseren Service natürlich für Endkunden vor, denn nicht jeder will jetzt zu einem Zugangs-Provider wechseln, der unseren Viren- oder Dialer-Schutz bereitstellt. So können wir also jede Art von Kunden mit einem umfassenden Viren- und Dialer-Schutz versorgen.
getfax: Was halten Sie von der Initiative von Bundesverbraucherministerin Renate Künast, die immer lauter über die Einführung einer Obergrenze bei den Tarifen für 0190er Nummern nachdenkt?
Holzer: Ich bin ein ziemlich unpolitischer Mensch. Beim Thema Internet und Sicherheit, so meine Erfahrungen, kann die Politik nicht viel bewegen. Alle Bestrebungen das Internet zu kasernieren sind Irrwege, weil nur national gedacht wird. Erstens hindert ein solches Gesetz ja die Dialer nicht daran, sich in einen Wirts-PC zu laden. Zweitens hindert eine Limitierung der Gebühren den Dialer ja nicht daran, sich entsprechend oft erneut und das lange genug einzuwählen, wodurch genauso beträchtliche Telefonkosten entstehen. Und drittens: Wie ich schon sagte, geht unser Ansatz ja über die nationalen Grenzen hinaus. Wie will man denn mit gesetzlichen Regelungen dem Problem der Dialer-Programme beikommen, wenn von diesen kostenpflichtige Nummern in der Karibik angewählt werden?
getfax: Was kann Frau Künast tun?
Holzer: Frau Künast ist Verbraucherschutzministerin, das heißt für mich, sie muss Verbraucher schützen. Da sie das nicht persönlich tun kann, sollte der Staat SaferSurf auf einem Server allen Bürgern zur Verfügung stellen. Der Bürger soll selbst entscheiden, ob er sich automatisch schützen will oder nicht. Genauso wie das Auswärtige Amt der Bundesregierung vor Auslandsreisen Impfungen empfiehlt, um die Bürger vor Krankheiten zu schützen. Mit anderen Worten, SaferSurf ist die Schutzimpfung vor Viren und anderen unerwünschten Dingen bei der Reise durch das Internet.
getfax: Wer soll das dann bezahlen?
Holzer: Wie immer in solchen Fällen, über eine Steuererhöhung. Nein, im Ernst. Wir sind eine deutsche Firma, wir sehen uns als Erfinder und Problemlöser. Es wäre uns eine Ehre, allen Bundesbürgern ein Stück mehr Sicherheit im Internet bereitzustellen.
getfax: Mit anderen Worten, Sie wollen den Schutz verschenken?
Holzer: Eine Gegenfrage. Was wäre Ihnen denn dieser Schutz wert?
getfax: Keine Angst vor Dialern mehr? 2 Euro im Monat.
Holzer: Also gut, hier mein offizielles Angebot an die Bundesregierung: Nutzwerk stellt den Dialerschutz von SaferSurf allen Bundesbürgern für 50 Cent im Monat zur Verfügung. Wenn gewährleistet ist, dass dafür zentrale Server über die Bundesregierung oder einen anderen Betreiber bereitgestellt werden.
getfax: Wir danken für das Gespräch.
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